
Bis 5. Oktober steht bei zahlreichen Naturpark-Wirten wieder das 33-Kilometermenü auf der Tagesordnung. Aufgabe für die Wirte ist es, ein besonderes Menü zu gestalten, für das keine Zutat weiter als 33 Kilometer vom Betrieb erzeugt wurde. Ausgenommen sind natürlich Gewürze und Zucker.
Gestartet wurde die Aktion in Straubenhardt-Conweiler im Gasthaus Rössle. Vorstandsmitglied und Rössle-Wirt Max Lamparth konnte zahlreiche prominente Gäste begrüßen, angeführt von Stefan Mappus, dem Vorsitzenden der CDU Landtagsfraktion und dem Vorsitzenden des Naturparks, Landrat Peter Dombrowsky aus Freudenstadt. Mit Rahmsüpple vom Kalbsbries, Siedfleisch vom Überberger Weiderind mit Wirsingflan und hausgemachtem Eis von selbstgepflückten Heidelbeeren präsentierte Familie Lamparth Naturparkküche von ihrer besten Seite.
Stefan Mappus ist der Arbeit der Naturparke eng verbunden. Dies wurde auch deutlich, als er sich im vergangenen Jahr intensiv in Stuttgart dafür einsetzte, dass die ursprünglich vorgesehenen Kürzungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung deutlich reduziert wurden. Seinem Einsatz war es ganz maßgeblich zu verdanken, dass die Arbeitsfähigkeit und die finanzielle Basis der sieben Naturparke erhalten blieb.
Der Landespolitiker stellte auch in Straubenhardt nochmals klar, dass er sich aus tiefer Überzeugung für die Naturparke einsetze. Mappus wörtlich: “Wir müssen uns auf die Qualität der Region konzentrieren und mit langfristiger Arbeit Wirkung erzielen.” Dieser Grundsatz habe für ihn Vorrang vor Einzelaktionen. Jede Region müsse ihre Stärken herausstelle. “Zu den Stärken der Regionen in Baden-Württemberg gehört auch das Thema Essen und Trinken”. Klar sei, dass man bei diesem Konzept einen langen Atem brauche. Auch Marke Schwarzwald müsse weiter ausgebaut werden.
Auf die gute Direktvermarktungskette, von der Produktion bis zum Verzehr, wies Landrat Peter Dombrowsky hin. Hier habe man in den vergangenen Jahren unter dem Dach des Naturparks mit Naturparkbauernmärkten, Naturpark-Wirten und der Marke “echt Schwarzwald” viele Akzente gesetzt. Dabei stellte er auch klar, dass im Naturpark “Naturschutz unter dem Aspekt Landschaft schützen und nützen” betrieben werde. Und hier zeige sich auch der enge Bezug zur Direktvermarktung. “Wenn wir die Kulturlandschaft erhalten wollen, kann dies auf zwei Wegen geschehen: der Bürger ist Bereit, die Produkte zu kaufen, die hier erzeugt werden. Oder irgendwann kommt eine Landschaftsabgabe”.
Von Hans-Peter Bauer, dem Geschäftsführer der Naturpark-Wirte wurde dieser Ball aufgegriffen. “Wir betreiben Landschaftsschutz mit Messer und Gabel und sehen uns als ein Element des Naturparks”, stellte er klar.
Erstmals wurde das 33-Kilometer-Menü letztes Jahr im Juni angeboten. Nun steht es im September und Oktober auf den Speisekarten. Stand im Juni der Spargel im Mittelpunkt vieler Gerichte, sind es nun oft Wild und Kürbis. Mit ihren originellen Menükreationen zeigen die Naturpark-Wirte wieder, wie reichhaltig das Angebot an Lebensmitteln aus dem Naturpark ist. Und die Wirte haben ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Ziegenkäse mit Tannenhonig und Kräutern in Strudelteig gebacken (Landidyll Hirschen, Oberwolfach), Gebratener Rehrücken unter der Pilzkruste mit Kürbisragout und Hefekrusteln (Landhaus Lauble, Hornberg) oder Parfait von vollreifen Holunderbeeren (Schwarzwaldhotel Tanne, Baiersbronn) haben sicherlich selbst viele echte “Schwarzwälder” noch nie gegessen.
Gespannt warten alle Beteiligten bereits, welches der 16 Menüs als das originellste Menü im Rahmen der diesjährigen Aktion mit dem Teinacher-Preis ausgezeichnet wird. Der Sieger wird am 30. September bekanntgegeben werden.
Weitere Informationen zum 33-Kilometer-Menü im PDF
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